Pressemitteilung der Bürger für Gelnhausen (BG) 08.02.2026
Die Wählergemeinschaft Bürger für Gelnhausen weist die im Artikel der GNZ vom 7. Februar 2026 erhobenen Vorwürfe von Bürgermeister Christian Litzinger auf das Schärfste zurück. Die dort getätigten Aussagen verzerren die tatsächlichen Abläufe der Haushaltsberatungen und werden der sachlichen und konstruktiven Arbeit unserer Fraktion in keiner Weise gerecht.
Fakt ist: Die Bürger für Gelnhausen haben sich während der gesamten Haushaltsberatung aktiv, transparent und konstruktiv eingebracht. Entgegen der Darstellung des Bürgermeisters waren wir die einzige Fraktion, die acht konkrete Änderungsanträge zum Haushalt 2026 eingereicht hat. Von „Arbeitsverweigerung“ kann daher keine Rede sein – diese Unterstellung ist sachlich falsch und politisch infam.
Wir haben uns in öffentlichen Sitzungen umfassend informiert und unsere Positionen dort vertreten – nicht in Hinterzimmern, wie es bei der Fraktion der CDU offenbar üblich ist, die sich zunehmend aus der öffentlichen Diskussion in den Ausschüssen zurückgezogen hat und dort kaum noch inhaltlich Stellung bezieht. Demokratie lebt von Transparenz und offener Debatte, nicht von internen Absprachen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Vorwurf, wir hätten das Gesprächsangebot der Verwaltung nicht angenommen, ist haltlos.
Ebenso entschieden weisen wir die Behauptung zurück, der gemeinsame Sparauftrag von Bürger für Gelnhausen, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen sei erfüllt worden. Dieser Auftrag lautete eindeutig:
Begrenzung des Defizits auf unter 4 Millionen Euro, ohne Steuer- oder Abgabenerhöhungen.
Was der Bürgermeister nun als „Konsolidierungserfolg“ verkauft, ist in Wahrheit keine Haushaltskonsolidierung, sondern eine rechnerische Schönung des Haushalts. Die Reduzierung des Defizits von 5,7 auf 3,8 Millionen Euro wurde nicht durch Einsparungen, sondern im Wesentlichen durch eine Erhöhung der Steuerschätzungen um rund 1,9 Millionen Euro erreicht. Das hat mit struktureller Haushaltskonsolidierung nichts zu tun. Dies wurde auch in der letzten Ausschusssitzung von Mario Röder den Fraktionsvorsitzenden der BG klar kommuniziert.
Entgegen den öffentlichen Aussagen des Bürgermeisters wurde keine belastbare Liste mit 148 Sparvorschlägen vorgelegt. Stattdessen wurden zahlreiche Haushaltspositionen schlicht an die Ist-Zahlen aus 2025 angepasst. Das ist kaufmännische Fortschreibung – kein Sparen, sagt Röder.
Besonders irritierend ist die Aussage des Bürgermeisters, er wolle „überhaupt nicht sparen“. Wer so argumentiert, zeigt ein problematisches Verständnis für den verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern. Wenn es trotz Rekordsteuereinnahmen nicht gelingt, mit den Mitteln auszukommen, liegt das Problem nicht bei den Fraktionen, sondern bei der fehlenden Prioritätensetzung der Verwaltungsspitze. Wer sich in dieser Situation wie ein Sonnenkönig aufführt, verkennt die finanzielle Realität der Stadt Gelnhausen.
Nicht akzeptabel ist zudem, dass sich der Leiter der Finanzverwaltung, Marcel Pipa, öffentlich parteipolitisch positioniert und damit faktisch Wahlkampf für die CDU betreibt. Die Finanzverwaltung hat neutral zu agieren – alles andere untergräbt das Vertrauen in eine sachliche Haushaltsführung.
Die Bürger für Gelnhausen sind jederzeit zu konstruktiven Gesprächen bereit. Dies haben wir sowohl in Ausschusssitzungen als auch in persönlichen Gesprächen mit dem Bürgermeister deutlich gemacht. Dass die Verwaltung ihren Aufgaben nicht ausreichend nachkommt, zeigt sich exemplarisch daran, dass der Prüfantrag zur Einführung der Grundsteuer C, der bereits im Dezember eingebracht und im Januar im Haupt- und Finanzausschuss erneut angemahnt wurde, bis heute nicht abgearbeitet ist.
Wir erwarten vom Bürgermeister weniger Polemik und Schuldzuweisungen – sondern stattdessen eine ehrliche, sachliche und verantwortungsbewusste Haushaltsführung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt. Der Bürgermeister ist in seinem Wahlkampf mit der Aussage angetreten: „Er könne Mehrheiten organisieren und pflege den politischen Konsens.“ Dies vermissen die Bürger für Gelnhausen, dazu tragen Schuldzuweisung an die ehrenamtlichen Stadtverordneten ganz sicher nicht bei.
Mario Röder
Fraktionsvorsitzender
Bürger für Gelnhausen