Kommunalwahl: BG-Fraktion setzt auf Starkregenschutz und sichere Schulwege
Nicht nur im Lohmühlenweg entstehen immer wieder gefährliche Situationen im Schulverkehr. Ein Thema, das für die Bürger für Gelnhausen ganz oben auf der Agenda steht. Foto: Archiv Abel
Gelnhausen (mab). Wie bereiten sich die Gelnhäuser Fraktionen auf die Kommunalwahl im März vor, und was steht bis dahin noch auf ihrer Agenda? Die Bürger für Gelnhausen haben sich mehr Tempo bei der Schulwegsicherung und den Schutz vor Starkregenereignissen auf die Fahne geschrieben. Ab Herbst startet die Wählergemeinschaft in ihre Kampagne – und das mit frischen Gesichtern.
Die laufende Wahlperiode war für die Fraktion der Bürger für Gelnhausen (BG) von zahlreichen Herausforderungen geprägt und gleichzeitig von der Möglichkeit, wichtige kommunalpolitische Impulse zu setzen, betont Fraktionsvorsitzender Mario Röder. „Als Wählergemeinschaft, die sich der sach- und lösungsorientierten Politik verpflichtet fühlt, konnten wir zentrale Themen wie nachhaltige Stadtentwicklung, sparsame Haushaltspolitik und den Schutz von Natur- und Erholungsräumen im Stadtparlament immer wieder auf die Tagesordnung bringen“, sagt Röder. Besonders stolz seien die BG auf ihre Beiträge zur Senkung der Gewerbesteuer, die Vorhaben im Hinblick auf eine nachhaltige Waldwirtschaft, das Radwegekonzept und die Förderung von Photovoltaikanlagen, die auch durch die Initiativen der Wählergemeinschaft an Sichtbarkeit gewonnen hätten.
„Positiv hervorheben möchten wir die zunehmend offene Diskussion zu Themen wie Entwicklung der Südstadt (JOH), Stadthalle, Schulwegsicherheit und Transparenz in der Haushaltsführung“, sagt Röder. Doch seine Freude ist nicht ungetrübt: „Kritisch sehen wir den schleppenden Fortschritt bei der Umsetzung beschlossener Maßnahmen, etwa im Bereich der Digitalisierung der Verwaltung oder dem Bau eines zusätzlichen Parkhauses für die Altstadt.“ Hier wünscht sich das BG-Lager deutlich mehr Tempo.
Und auch sonst hat die Wählergemeinschaft noch einiges vor bis zur Kommunalwahl im März 2026. Wie Mario Röder informiert, werde seine Fraktion bis dahin den Fokus auf die konkrete Umsetzung bestehender Beschlüsse legen – insbesondere im Bereich der Verkehrssicherheit an Schulwegen, dem Schutz vor Starkregenereignissen und der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen. „Zudem setzen wir uns weiterhin für ein ausgewogenes Mobilitätskonzept ein, das Radverkehr, ÖPNV und Fußgänger gleichberechtigt berücksichtigt.“ Die Entlastung der Stadtmitte vom Durchgangsverkehr, unter anderem mithilfe der Lagerhausstraße und der Westspange, bleibe das Ziel der Bürger für Gelnhausen.
Neue Gesichter auf der Liste
Die Vorbereitungen auf den Kommunalwahlkampf laufen in der Wählergemeinschaft bereits auf vollen Touren. „Wir planen, unseren Wahlkampf im Spätherbst offiziell zu starten – mit bürgernahen Formaten, direktem Austausch und thematischen Schwerpunkten“, kündigt Röder an. Ob es Überraschungen auf der Wahlliste geben wird? „Wir arbeiten daran, kontinuierlich neue Gesichter aufzunehmen. Wir freuen uns immer über engagierte Bürgerinnen und Bürger, die unsere Werte teilen und aktiv mitgestalten wollen.“ Generationenbedingt wollten einige Mandatsträger in Zukunft etwas kürzertreten, deshalb werden sich auch neue Namen auf den Wahlvorschlägen finden, kündigt die Wählergemeinschaft an. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir Neumitglieder gefunden haben, die sich schon jetzt an der politischen Arbeit beteiligen“, sagt Mario Röder, der seit März an der Fraktionsspitze steht. Als Stellvertreter steht ihm der bisherige Fraktionsvorsitzende Jochen Zahn weiterhin zur Seite, der klargemacht hat, dass der Wechsel für ihn kein Anfang vom Abschied aus der Kommunalpolitik ist.
Als Grund für den Rollentausch hatte Zahn im Gespräch mit der GNZ angeführt, dass die politische Arbeit im Parlament in den zurückliegenden Jahren stärker von juristischen und strukturellen Auseinandersetzungen um Themen wie den Zustand der Stadthalle oder die Grundstücksvergabe im Neubaugebiet „Mittlauer Weg“ geprägt gewesen sei. Mittlerweile seien überwiegend bauliche Anliegen in den Fokus gerückt, wofür Röder, der auch Vorsitzender des Bau- und Umweltausschusses ist, als Experte für Immobilienfragen der richtige Mann sei. Zudem hatte Zahn betont, sich stärker auf seine Aufgabe als Ortsvorsteher in Meerholz konzentrieren zu wollen. „Dieses Amt ist sehr aufwendig, und ihm will ich nun meine volle Konzentration widmen. Denn hier ist einiges zu tun, von Hochwasserschutz, Verkehrsberuhigung und -lenkung bis hin zu mehr Angeboten für Jugendliche“, hatte der frühere BG-Fraktionschef im Frühjahr betont und angekündigt: „Bei der nächsten Kommunalwahl steht mein Name wieder auf der Liste.“
Das dürfte auch für einen anderen nicht unbekannten Politiker aus Gelnhausen gelten. Ende 2024 haben Uwe Leinhaas und Victoria Schmidt die zweiköpfige Fraktion „Gelnhausen nachhaltiG“, die sie nach ihrem Weggang von den Grünen gegründet hatten, aufgelöst. Seitdem verstärkt Schmidt die SPD, Leinhaas die BG-Fraktion im Stadtparlament.
Und mit welchen Themen will die Fraktion in den Kommunalwahlkampf ziehen? Wie Röder ankündigt, spielen die Klimaanpassung und der Schutz vor Extremwetter eine zentrale Rolle für die Fraktion. Gleiches gilt für die Verkehrssicherheit und die Gestaltung eines Mobilitätsangebots für alle Verkehrsteilnehmer. Auch eine nachhaltige Stadtentwicklung durch Innenverdichtung statt Flächenverbrauch steht ganz oben auf der BG-Liste. Eine weitere Forderung der Wählergemeinschaft ist eine transparente und effiziente Haushaltsführung. Und auch für den Erhalt naturnaher Flächen wie den Weiberswiesen sowie die Unterstützung für Familien, Senioren und ehrenamtliches Engagement wollen sich die Bürger für Gelnhausen stark machen. „Wir stehen für eine Politik, die sich konsequent an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientiert – lebensnah, sachlich und nachhaltig“, sagt Mario Röder.
Und wie bewertet sein Lager die Zusammenarbeit der Fraktionen in der laufenden Wahlperiode? Röder sagt: wechselhaft. „Während es bei Sachthemen mitunter konstruktive Dialoge und fraktionsübergreifende Unterstützung gibt, wird die politische Debatte leider zu häufig durch parteipolitische Profilierung geprägt. Wir wünschen uns mehr inhaltliche Konzentration auf Lösungen und weniger taktisches Verhalten.“ Gerade in Zeiten vielfältiger Herausforderungen sollte das Wohl der Stadt über parteilichen Interessen stehen, betont Röder abschließend.